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Radfahren ist Glück
Der Schriftsteller und Journalist Wim de Jong ist seit Jahren süchtig nach allem, was mit Radfahren zu tun hat. Für sein fröhliches und reich illustriertes Buch Radfahren ist Glück interviewte er Gleichgesinnte im In- und Ausland über ihre Fahrräder, ihre wöchentlichen Renn- und Tourenfahrten und ihre abenteuerlichen Radurlaube.
Text: Willem van de Nobelen Fotografie: NoPoint Studio's
In deinem Buch porträtierst du unter anderem Amateurrennfahrer, Weltfahrer, Tandemfahrer und Mountainbiker. Was für ein Radtyp bist du selbst?
‘Ein Umseher. Ich muss auf meinen Rennrädern keine Leistungen bringen. Alle Rennfahrer dürfen an mir vorbeifliegen. Dass ich ausgiebig alles genießen kann, was ich um mich herum sehe, ist schon schön genug. Mehrtägige Erkundungen im eigenen Land liegen mir am meisten. Die Niederlande sind wunderschön, und unsere Landschaften lassen sich am besten bewundern, wenn man mit etwa 25 km/h hindurch radelt. Die Belohnung am Ende der Fahrt kann sich auch sehen lassen. Stets ein Bier und ein herrliches Van der Valk-Bett im Ziel. Und natürlich auch ein wohlverdientes Abendessen.’
Glückshormone wie Endorphine, Serotonin und Dopamin sind auch in anderen Sportarten nicht zu unterschätzen. Was machen solche Neurotransmitter nun mehr oder anders für Radfahrer?
‘Ich weiß nicht, ob das wissenschaftlich vertretbar ist, aber meiner Meinung nach macht Radfahren ein wenig glücklicher als das Ausüben irgendeiner anderen Sportart. Nehmen wir die Tour de France. Egal wie hart eine Etappe auch ausgefallen ist, direkt danach sieht man all diese Profis wieder strahlen und, sozusagen, fröhlich eng zusammen auf einem Haufen sitzen. Neben der Müdigkeit springt auch die Zufriedenheit ins Gesicht. Versuchen Sie das mal beim Gewichtheben, Kickboxen oder sogar Fußball. In dieser Hinsicht besteht möglicherweise eine Ähnlichkeit zwischen einem Mathieu van der Poel und ganz normalen Tourenradfahrern. Am Ende deiner Fahrt hast du alle wieder etwas Großartiges erlebt.’
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Neben den Niederlanden bist du für dein Buch unter anderem in Kopenhagen, Paris, Antwerpen, Berlin und New York gefahren. In welcher Stadt wird man dich zuerst wieder auf den Pedalen sehen?
‘Nicht in New York, denke ich. Man muss schon ein echter Stadtkowboy sein, um dort sicher mit dem Fahrrad durchzukommen. Ich müsste mich zwischen dem superentspannten und eleganten Kopenhagen und zwischen Paris entscheiden, das erst seit kurzem als fahrradfreundliche Metropole entdeckt wird.’