MARLIJN VAN DER VALK: VOM AUFWACHSEN IN EINEM HOTEL ZUR GENERALDIREKTORIN

In einem Hotel aufzuwachsen klingt besonders, aber für Marlijn van der Valk war es die normalste Sache der Welt. Bis zu ihrem sechzehnten Lebensjahr wohnte sie mit ihrer Familie im Hotel Tiel und arbeitete ab ihrem zwölften Lebensjahr mit. Heute ist sie General Managerin des Van der Valk Hotels Amersfoort A1. In Hotelvak De Podcast erzählt Marlijn von ihrer Kindheit, ihrem Weg ins Familienunternehmen und ihrer Sicht auf Gastfreundschaft und Unternehmertum.

QUELLE: HOTELVAK

Als Kind sah Marlijn das Hotel in erster Linie als ihr Zuhause an. Dennoch war ihre Kindheit ein wenig anders als die ihrer Klassenkameraden. Sie lernte schon früh, wie es hinter den Kulissen zugeht. Sie arbeitete unter anderem im Service und in der Housekeeping und entdeckte, wie viel Arbeit nötig ist, um den Gästen jeden Tag aufs Neue einen angenehmen Aufenthalt zu bieten.

Vor allem ihre Zeit in der Housekeeping hat sie geprägt. Sie sah aus nächster Nähe, mit welchen Situationen Mitarbeiter manchmal konfrontiert werden und wie viel Verantwortung mit ihrer Arbeit verbunden ist. Diese Erfahrung sorgte für großen Respekt für die Menschen hinter den Kulissen. Etwas, das sie noch immer in ihrer Art der Führung berücksichtigt.

EIN EIGENER WEG ZUM FAMILIENUNTERNEHMEN

Obwohl Marlijn zwischen Hotelzimmern, Restaurant und Rezeption aufwuchs, war es lange nicht selbstverständlich, dass sie selbst bei Van der Valk arbeiten würde. Sie wollte zuerst entdecken, was außerhalb des Familienunternehmens möglich war, und absolvierte eine Innenausbildung in Amsterdam. Darüber hinaus arbeitete sie in der Gastronomie, unter anderem bei Het Paardje am Gerard Douplein.

Nach ihrer Ausbildung leitete Marlijn anderthalb Jahre lang Cadeaulijn, eine Plattform für Erlebnisgeschenke. Obwohl dies nicht ihre Zukunft zu sein schien, entdeckte sie dadurch, wie wichtig es ist, eine Arbeit zu machen, die einem Energie gibt.

Der entscheidende Moment kam während einer Reise durch Australien. In einem Hostel in Fremantle sah Marlijn, wie eine ganze Familie gemeinsam das Unternehmen leitete. Der Vater arbeitete an der Rezeption, die Mutter in der Housekeeping, und die Kinder halfen an verschiedenen Stellen mit. Die vertraute Art der Zusammenarbeit ließ sie erkennen, dass sie in den Niederlanden genau ein solches Familienunternehmen hatte.

Nach ihrer Rückkehr im Juni 2012 beschloss sie deshalb, Kontakt zu ihrem Bruder Gert aufzunehmen, der im Van der Valk Hotel Amersfoort A1 aktiv war. Eine Woche später saß sie mit ihm am Tisch und kurz darauf begann sie im Hotel zu arbeiten. Sie begann schnell in einer Führungsrolle, als seine rechte Hand, und ist seitdem im Hotel geblieben.

GASTFREUNDSCHAFT BLEIBT MENSCHENARBEIT

Inzwischen schaut Marlijn nicht nur auf das tägliche Geschehen, sondern auch auf die weitere Entwicklung des Hotels. Dabei verlässt sie sich stark auf ihr Gefühl und ihre Menschenkenntnis. Gleichzeitig weiß sie, dass Zahlen und Daten manchmal notwendig sind, um schwierige Entscheidungen zu treffen.

Das merkte sie unter anderem bei Club Toekan, einem eigenständigen Konzept mit einem Restaurant und einer VR-Abteilung. Obwohl sie hoffte, dass das Konzept dennoch aufgehen würde, zeigten die Ergebnisse etwas anderes. Letztendlich wurde beschlossen, es zu beenden. Die wichtigste Lektion, die sie daraus zog, ist, dass es manchmal besser ist, nahe am Kern des Unternehmens zu bleiben.

Marlijn betrachtet auch die Chancen, die technologische Entwicklungen und KI bieten. Erneuerung findet sie wichtig, jedoch darf der persönliche Kontakt ihrer Meinung nach dabei nicht verloren gehen. Egal, wie sich das Hotelgewerbe in den kommenden Jahren entwickelt: Menschliche Aufmerksamkeit muss ein wichtiger Bestandteil von Gastfreundschaft bleiben.

Für Menschen, die eine Karriere in der Gastronomie in Betracht ziehen, hat Marlijn eine klare Botschaft. Wähle etwas, das dir Freude und Energie bringt, umgebe dich mit guten Menschen und bleibe kritisch gegenüber deinem Produkt. Ambition darf dabei ruhig sichtbar sein, solange man sich selbst treu bleibt. Denn letztlich geht es bei Gastfreundschaft laut Marlijn um Menschen.

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